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Was ist GOTS?

Die Gesellschaft für Orthopädisch- Traumatologische Sportmedizin (GOTS) ist der weltweit zweitgrößte Zusammenschluss von Sportorthopäden und Sporttraumatologen. Sie ist die erste Adresse in der Versorgung von Sportverletzungen und damit ein Garant für Seriosität, Kompetenz, Erfahrung sowie Beratungsstärke und Qualität in der sporttraumatologischen Versorgung.

In der GOTS sind über 600 der führenden Sportärzte im Bereich der Orthopädie und Traumatologie aus dem deutschsprachigen Raum zusammengeschlossen. Neben der Sicherstellung der kompetenten Versorgung sportverletzter Patienten setzt die GOTS qualitative Standards für deren Behandlung. Der Wissenstransfer und Gedankenaustausch findet auf dem jährlich in München stattfindenden internationalen GOTS-Kongress statt.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der GOTS ist die Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte in der orthopädisch-traumatologischen Sportmedizin. Dazu bietet die GOTS Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ein Fellowship-Programm in Europa und Asien an. Darüber hinaus ist die GOTS Herausgeber der Zeitschrift "Sportorthopädie - Sporttraumatologie" und des GOTS-Manuals der Sporttraumatologie. Die GOTS hat durch die Mitgliedschaft von Verbands- und Olympia-Ärzten einen intensiven Bezug zur Hochleistungsmedizin.

Die GOTS Schweiz ist die Schweizer Sektion der GOTS. Sie führt eigene Anlässe durch und nimmt tatkräftig am Angebot der gesamten GOTS teil. Traditionell ist bereits die GOTS Tagung jeweils anfangs Jahr an einem Donnerstag am Universitätsspital Basel, welche von Prof. Roland Biedert und Prof. Beat Hintermann nunmehr bereits 9 Mal durchgeführt wurde, jeweils zu einem Spezialthema, welches von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde.

Neu wird dieses Jahr erstmals ein GOTS Schweiz Sommertreffen stattfinden. Dies wird ein dreitägiger Kongress vom 31. August bis 2. September in Engelberg sein. Inhaltlich wird es um Verletzungen im Ausdauersport, Laufen und Radfahren gehen. Dabei wird der Anlass aus den drei Hauptpfeilern der GOTS bestehen: Medizin, Sport und gesellschaftliche Kontakte. Eine ausführliche Ausschreibung wird in Bälde auf dieser Homepage erfolgen.

GOTS Schweiz Vizepräsident PD Dr.Dr. Victor Valderrabano




Geschichte der GOTS Schweiz
GOTS Reminiszenzen aus den Gründerjahren

Die GOTS - heute die grösste deutschsprachige Vereinigung von Sporttraumatologen - hatte ursprünglich ganz andere Ziele, als den Mitgliederbestand zu mehren. Seit 1982 führten Wolfgang Pförringer, Bernd Rosemeyer und Wolfi Baer zusammen mit Reinhard Suckert aus Linz und mir aus Basel die Deutsch - Schweiz - Österreichischen Fortbildungstage für Sportmedizin durch unter anderem mit dem legendären 1. Kongress für Sportschuhtechnologie "Der Schuh im Sport" 1984 in München. Sporttraumatologie war zu dieser Zeit der achsengeraden Orthopädie kein anerkanntes Gebiet der Traumatologie und es galt die Maxime, dass ein verletzter Sportler zu behandeln sei wie jeder andere Verletzte.

GOTS.ch Im Kniebereich hatten die Traumatologen schon 1982 begriffen, dass dem nicht so sein konnte und gründeten mit Unterstützung der Industrie, die die damals aufstrebenden arthroskopischen Verfahren förderte, die European Society of Knee Arthroscopy (ESKA), die 1986 ihren 2. Kongress in Basel abhielt und die sich einige Jahre später mit einem 2. S für Sporttraumatology als ESSKA in die Sportmedizin einschmuggelte. Die 14 Gründer der GOTS aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die meisten auch Mitglieder der ESKA, waren ihrerseits der Meinung, dass sich die Sporttraumatologie nicht gelenkspezifisch entwickeln dürfe und gründeten die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin.

GOTS.ch Sie legten seit Beginn ihre Themenwahl immer auch in den Bereich der Weichteiltraumatologie, sah sich aber initial als eher elitäres Diskussionsgremium von einzelnen teils universitär verankerten - teils niedergelassenen Exponenten der Sporttraumatologie und der Sportmedizinischen Betreuung (mehrere waren Olympiaärzte ihrer Länder) wie Krahl, Jägemann, Steinbrück, Biehl, Noack, Puhl, Engel, Suckert, Hess, Segesser) -, das sich mit den damals oft konzeptlos und schamanenhaft therapierten Problemen wie Läsionen am Kapsel-Bandapparat, an Sehnen und Muskeln auseinander setzte und eigene Therapie- und Forschungsstrategien entwickelte (Abb. Engel, Suckert, Jägemann, Segesser, Noack im Fachgespräch). Anfänglich wurden nur Mitglieder aufgenommen, die im Vorstand einstimmig akzeptiert wurden. Sehr bald wurde auch ein Preis für sportmedizinische Innovationen zu Ehren von Michael Jäger, dem früh verstorbenen Ordinarius für Orthopädie in München, ausgeschrieben (Abb. Hauser, der heutige GOTS-Präsident Dieter Kohn, Biomechaniker Peter Schaff und Segesser nehmen von GOTS Präsident Heiner Hess den Michael Jaeger Preis entgegen).

GOTS.ch Der Vorstand hatte sich mehr und mehr auch mit berufspolitischen Problemen auseinander zu setzen, indem die Traumatologen in Deutschland das Feld der Sporttraumatologie für sich zu beanspruchen versuchten. Während die Länder Österreich und Schweiz die Sporttraumatologie friedlich unter Chirurgen und Orthopäden aufteilte (bei bescheidenem Interesse) und in diesen Ländern auch ein friedliches Nebeneinander der ESKA und GOTS bestand, stagnierte der Mitgliederbestand in diesen beiden Ländern lange, während in Deutschland die Orthopäden ihren Anspruch der Sportmedizin in der GOTS vertreten sahen und in grosser Zahl der nun jedermann offenen Gesellschaft beitraten. Die Rivalität zwischen ESKA und GOTS wurde 1992 mit einem gemeinsamen Kongresstag (Abb. ESSKA Präsident Ejnar Eriksson) beigelegt. Von da weg traten auch immer mehr Schweizer Mitglieder der GOTS bei (u.a. Werner Müller). Dafür brodelte innerhalb der GOTS ein Machtkampf, der 1994 mit der Abwahl des Generalsekretärs und seiner Nichtwahl zum Präsidenten beinahe das Ende der GOTS bedeutet hätte.

Seit der Gründung bestand der Vorstand der GOTS aus einem Präsidenten und je einem Vizepräsidenten der drei Länder. Das Vizepräsidium Schweiz hielt der Schreibende bis 1998, übergab dann an Hansueli Stäubli, der zuvor einige Jahre als Beisitzer geamtet hatte. Roli Biedert stiess dazu. Er hat mit neuem Schwung mit Beat Hintermann die GOTS Schweiz zu einer eigenständigen prosperierenden Sektion werden lassen.

Dr. med. Bernhard Segesser Gründungsmitglied GOTS und 1. Vizepräsident GOTS Schweiz