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GOTS Meeting Schweiz vom 5. Februar 2009 in Basel
Organisation:
Prof. Dr. R. Biedert, Prof. Dr. B. Hintermann, PD Dr. Dr. V. Valderrabano

Thema: Infiltrationen im Sport

Zum elften Mal trafen sich die Sportorthopaeden und Sporttraumatologen der Schweiz mit internationaler Beteiligung an der GOTS-Schweiz-Tagung im Zentrum für Forschung und Lehre des Universitätsspitals Basel.

Nach einer herzlichen Begrüssung durch Herrn Prof. Roland Biedert begann sogleich eine Reihe sehr interessanter und innovativer Vorträge. Dr. Fluri begann mit dem Thema der Lokalanästhesie als akut therapeutische Massnahme bei Sportverletzungen. Insbesondere wurden die Vor- und Nachteile hervorgehoben und deren Bezug auf das Thema Doping erörtert. Insbesondere die Verschleierung von nachhaltigen und gefährlichen Verletzungen stellt ein grosses Problem dar. Daraufhin erfolgte ein Vortrag von PD Dr. Knobloch aus Hannover mit dem Thema Sklerosierungstherapie als interessante therapeutische Alternative zur offenen Achillessehnenrevision bei Achillodynie. Es werden durch sonographisch gesteuerte Injektionen die schmerzenden intratendinösen Gefässe verödet. Derzeit existieren jedoch noch keine Studien zur Effizienz und Nebenwirkungen dieser Therapie.

Dr. Schlegel aus Bad Ragaz brachte dem grossen und interessierten Publikum die Orthokin- und Hyaloronsäure-Therapie näher. Dabei unterstrich er klar den Vorteil der Orthokin-Therapie beim Knorpelaufbau. Beim Sportler gilt jedoch bis anhin aufgrund der Herstellung Orthokin als Doping. Es sollte hier eine Ausnahmegenehmigung für therapeutische Zwecke (ATZ) eingeholt werden.

Ein brisantes Thema wurde durch Drs. Segesser und Weisskopf aufgegriffen: Pro- und Contra der Cortisoninjektion. Der Vortrag wurde als eine gemeinsame Diskussion geführt, in der keiner die Cortisoninjektionen vorbehaltlos unterstützte. Es kristallisierte sich heraus, dass die Cortisoninjektion durchaus ihre Indikationen hat, jedoch aufgrund ihrer Nebenwirkungen bei Sportlern klar auf ein Minimum reduziert werden sollte.

Nach einer kurzen Pause erfolgte der sehr differenzierte Vortrag von Dr. Baumann bezüglich der Injektionsmöglichkeiten in der lumbalen Wirbelsäule und im Iliosakral-Gelenk. Er zeigte die Facettengelenksinfiltration in eindrucksvollen Bildern. Dr. Baumann machte auch auf die Möglichkeit der Akupunktur aufmerksam. Er konnte schön zeigen, wie mannigfaltig lumbale Schmerzen begründet sein können und wie die Differentialdiagnosen eingekreist werden können.

Der betreuende Arzt von Borussia Dortmund Dr. Braun zeigte auf, dass es bis anhin keine klare, therapeutisch relevante Einteilung der Muskelverletzungen gibt. Im Vordergrund stünde hier „PECH“ (Pause, Eis, Compression, Hochlagern), jedoch kann auch hier zeitweise eine Infiltration/Needling vonnöten sein.

Zu einer regen und wissenschaftlich fundierten Diskussion kam es dann am Roundtable der Referenten, wo das Thema der Muskelverletzungen und deren Therapieoptionen eruiert wurden.

Der gewohnte Schweizer Apéro bildete den gelungenen Abschluss eines lehr- und austauschreichen Nachmittags.

Claudio Rosso

Robert Kilger

Korrespondenz:
Dr. med. Claudio Rosso
Behandlungszentrum Bewegungsapparat
Spitalstrasse 21
4031 Basel
Claudio.Rosso@unibas.ch