Mit etwas Verspätung hält auch im Medizinstudium schrittweise die Studienreform Einzug. Die Studenten/innen der Universität Basel im 1. und 2. Jahreskurs absolvieren deshalb ihr Studium bereits in eine Bachelor- und Masterstufe gegliedert. Damit einhergehend werden klinische Themen bereits in der Vorklinik behandelt. So müssen die Studenten/innen im 2. Jahreskurs 2 von 25 klinischen Modulen absolvieren. Zur Auswahl stand auch ein Projekt "Sportorthopädie - Sportmedizin" unter der Leitung von GOTS-Schweiz Vizepräsident PD Dr.Dr. Victor Valderrabano. Ziel des Moduls war es, sportorthopädische Aspekte anhand von Beispielen kombiniert mit Patientenkontakt zu besprechen und parallel dazu als Einführung in wissenschaftliches Arbeiten sportorthopädisch-biomechanische Gruppenarbeiten durchzuführen. Um das Ganze mit aktiver Sportgestaltung kombinieren zu können, wurde anstelle einer wöchentlichen Vorlesung ein dreitägiger Kurs im Sportzentrum Kerenzerberg (GL) organisiert. Dieser fand vom 29. Februar bis 2. März 2008 statt. Vor Ort konnte auf die Unterstützung des GOTS Schweiz Mitgliedes Dr. Peter Züst, Leiter der Swiss Olympic Medical Base in Kerenzerberg zurückgegriffen werden. 17 junge Studentinnen und Studenten nahmen sehr motiviert am Kurs teil. Die Leitung konnte auf einen sehr erfolgreichen Kurs zurückblicken. Das Projekt scheint sich bewährt zu haben. Lesen sie nachfolgend den Bericht der zwei Teilnehmerinnen Katharina Janach und Stephanie Scheidegger.
Eine Gruppe bunt zusammen gewürfelter, Sport interessierter Medizinstudenten traf sich am 29.2.-2.3.08, um gemeinsam unter der Leitung von PD Dr. Dr. V. Valderrabano, Dr. P. Züst und Dr. A. Leumann ein intensives Wochenende zu verbringen. Es war ein Zusammenspiel von Theorieeinheiten, Gelenkuntersuchungskurs, Patientenkontakten und Gruppenarbeiten. Natürlich kam auch der Spaßfaktor nicht zu kurz - Sport und sogar ein Fondueplausch lockerten das arbeitsintensive Programm auf.
Theorieeinheiten
In den Theorieblöcken wurden drei häufige Sportunfälle behandelt: Ruptur des vorderen Kreuzbandes, chronische Instabilität des oberen Sprunggelenks und traumatische vordere Schulterinstabilität. Dabei wurde jeweils ein 5-min. Vortrag über die Epidemiologie von Seiten der Studenten gehalten, die Ärzte stellten uns zudem die Anatomie, den Pathomechanismus, die Diagnostik und die Therapie vor.
Gelenkuntersuchungskurs
In drei Gruppen aufgeteilt, übten wir gegenseitig die korrekten klinischen Untersuchungen von Schulter, Knie und OSG.
Patientenkontakt
Am Samstag morgen wurden die Studenten auf die Patienten losgelassen. So konnten wir versuchen, das am Abend zuvor im Gelenk-untersuchungskurs Gelernte anzuwenden. Einer der Studenten hatte wohl seine Kraft beim Apprehension - Test unterschätzt und dem armen Patienten beinahe zum 16. Mal die Schulter luxiert
Gruppenarbeiten
Nach einer kurzen Einführung in die klinische Forschung, in der wir den korrekten Aufbau einer gut durchgeführten Studie erlernten, "forschten" wir in Kleingruppen um die Wette. Nach 6 Stunden offizieller und weiteren Nachtstunden ungeplanter intensiver Arbeit wurden folgende Studien präsentiert:
- (a) Elektromyografie zur Überprüfung des Swiss Olympic Rumpfkrafttest
- (b) Einfluss von Taping auf die funktionelle Sprunggelenksstabilisation
- (c) Einfluss von Nordic Walking auf die Gelenksbelastung im Vergleich zu Walking anhand der dynamischen Pedobarografie
- (d) Vergleich von zwei Ausdauermethoden 4x1000m Lauftest auf der Bahn vs 4x50m Deep Water Running Test
- Siegerquartett: (d)
- 2.Platz: (c)
- 3.Platz: (b) und (a)
Ein abwechslungsreiches Sportprogramm bot Spass für alle: Vom Unihockey übers Aquajogging bis zum Klettern - es war für jeden etwas dabei. Nur beim fakultativen Morgenjogging konnte sich nicht einmal der Organisator aus den Federn quälen.
Suprise-Programm:
Viel wurde darüber gerätselt - der Abend wurde ein grosser Erfolg. Nach sturmigem Aufstieg über Glatteis und Schnee verbrachte eine fröhliche Gruppe einen gemütlichen Fondue-Abend im Bergrestaurant. Eine Sportwette verhalf dem Wirt zu mehr Personal in der Küche, einige Studenten begannen sogar abzuwaschen.
Dank
Unser besonderer Dank gilt: PD Dr. Dr. V. Valderrabano, Dr. P. Züst, Dr. A. Leumann. Zum Schluss möchten wir uns noch bei unseren Sponsoren Drossapharm und IBSA sowie der Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin (GOTS) bedanken, ohne die dieses Wochenende nicht möglich gewesen wäre.
![]() Vorlesung über die VKB Ruptur |
![]() Sport: Unihockey |
![]() Gruppenarbeit: Stabilitätsmessungen mit dem Biodex Balance System |
![]() Gruppenarbeit: EMG Messungen bei Rumpfkrafttraining |
![]() Morgensport vor dem Frühstück: Einführung ins Aqua Jogging |
![]() Morgensport vor dem Frühstück: Einführung ins Aqua Jogging |
![]() Patientenbeispiele: Diskussion von typischen Verletzungsbildern anhand von Fällen |
![]() Sport: Einführung ins Klettern |
![]() Surprise Programm: Fondue-Plausch auf der Alphütte |
![]() Gruppenbild |
![]() Gruppenarbeit: Das Siegerteam |
![]() Die Organisatoren: Dr. André Leumann, PD Dr.Dr. Victor Valderrabano, Dr. Peter Züst |











