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10. GOTS Schweiz Tagung
Kompressions- und Kompartmentsyndrome im Sport.

Am 21. Februar 2008 fand traditionell bereits zum zehnten Mal die GOTS Schweiz Tagung am Universitätsspital Basel statt. Professor Roland Biedert, Professor Beat Hintermann und Privatdozent Victor Valderrabano luden zum Thema Kompressions- und Kompartmentsyndrome im Sport zu einem interessanten und lehrreichen Nachmittag, welcher von der Firma permamed aktiv unterstützt wurde.

Professor Roland Biedert konnte rund 150 Leute zur GOTS Schweiz Tagung in Basel begrüssen. Er selber hat die vergangenen 10 Jahre dieser Tagung von der Geburtsstunde an massgeblich und aktiv geprägt. Er hat es jedes Mal wieder geschafft, ein aktuelles Thema auszuwählen und hochkarätige Experten zu verpflichten. Geleitet von seinem unermesslichen Erfahrungsschatz hat Roland Biedert immer Wert darauf gelegt, neuste Entwicklungen mit dem klinischen Alltag zu verknüpfen. Nicht zuletzt dies hat dazu geführt, dass die GOTS Schweiz Tagung zu einem festen und beliebten Wert in der sportorthopädischen - sportmedizinischen Weiterbildung geworden ist.

Im ersten Teil der diesjährigen Tagung berichteten verschiedene Referenten über Kompressionssyndrome. Bernhard Segesser referierte über Kompressionssyndrome im Becken- und Leistenbereich und legte insbesondere Wert auf die Differentialdiagnose zu Nerven-Entrapmentsyndrome, welche oft schwierig zu fällen ist. Die Handchirurgin Regula Steiger berichtete über Kompressionssyndrome an der oberen Extremität. Insbesondere Kletterer und Tennisspieler sind hier gute Kunden des Sportmediziners. Im Zentrum des Vortrags von Gerhard Pierer standen Kompressionssyndrome der unteren Extremität. Er zeigte die Bedeutung der verschiedenen Weichteilstrukturen und deren Wichtigkeit im operativen Handling. Auch am Fuss kommt es zu Kompressionsphänomenen wie Beat Hintermann eindrücklich illustrieren konnte, vor allem im Bereich des Tarsaltunnels und im Bereich des Vorfusses.

Nach der Pause, in welcher ein reger Austausch mit der anwesenden Industrie gepflegt wurde, standen die Vorträge im Zeichen des chronischen Kompartmentsyndromes. Roland Biedert, Andreas Gösele und Lukas Weisskopf konnten von einer breiten klinischen Erfahrung berichten. Dabei wurde die Wichtigkeit betont, die zu Grunde liegende Pathologie zu suchen. Differentialdiagnostisch muss im Leistungssportbereich nicht zuletzt eine physiologische Trainingsanpassung unterschieden werden. Diese tritt häufiger beidseitig auf als ein Logen- oder KOmpartmentsyndrom, welches sich zumeist einseitig präsentiert. Zur Messung des Logendrucks stehen verschiedene Messsonden zur Verfügung. Dabei wird die hydrostatische Messmethode von der Messmethodie mittels piezoresistiver Drucksonde unterschieden, letztere bietet den Vorteil nicht verstopfen zu können. Dabei ist die Messung unter Trainingsbedingungen zentral, um eine Pathologie erfassen zu können. Es wurde darauf hingewiesen, dass sich die Symptomatik des chronischen Kompartmentsyndroms in den USA wesentlich von dem in Europa unterscheidet. Während in den USA vor allem die Extensorenloge mit dem Tibialis anterior betroffen ist, ist in Europa vornehmlich die tiefe Flexorenloge mit dem Tibialis Posteior Muskel betroffen. Eine Ursache dafür ist nicht bekannt. Ebenso werden in Europa und den USA unterschiedliche Normwerte verwendet. Muss eine operative Logenspaltung mittels Fasciotomie erfolgen, ist eine ausreichende Spaltung notwendig. Unter endoskopischer Kontrolle kann die Fasciotomie sicher und erfolgreich durchgeführt werden. Rezidive treten vor allem bei zu geringer Spaltung auf, wobei es dann zur Ausbildung einer Muskelhernie kommen kann.

Zum Abschluss kam es unter der Leitung von Privatdozent Victor Valderrabano zu einer regen Diskussion. Während viele praktische Tipps weitergegeben werden konnten, zeigte sich auch, dass es in diesem Themenbereich nach wie vor viele offene Fragen gibt. Roland Biedert konnte ein erfolgreiches Fazit ziehen und eine interessante Tagung schliessen. Im Anschluss wurde beim Jubiläums-apéro jedoch noch intensiv weiterdiskutiert.


Der grosse Hörsaal am Universitätsspital war gefüllt von interessierten Zuhörern.


Professor Roland Biedert führte die GOTS Schweiz Tagung zum zehnten Mal durch.


Die Diskussionsrunde mit PD Dr.Dr. Victor Valderrabano, Dr. Lukas Weisskopf, Dr. Andreas Gösele, Dr. Regula Steiger, Prof. Dr. Roland Biedert.